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Sicherheit geht vor

Mit den Kindern auf Reisen

Bevor es mit den Kleinsten in den Urlaub und ab auf die Piste oder an den Strand geht, sollte sich neben der Gepäckfrage, mit sicherheitstechnischen Fragen beschäftigt werden.

Die Jüngsten sind in der Urlaubszeit besonders enthusiastisch, hibbelig und flott unterwegs, so können trotz elterlicher Aufsicht, schnell Gefahrensituationen auf der Hinfahrt oder bei den Freizeitaktivitäten entstehen.

Die Autofahrt: Kinder sicher im Fahrzeug sichern

Wer seine Urlaubsreise mit dem  Auto plant, sollte drauf achten, dass die Kinder auf der Rückbank abgesichert sind und ein Auge auf die Jüngsten haben. Im besten Fall setzt sich ein Elternteil vor Fahrtbeginn mit auf die Rückbank, falls diese keinen Platz mehr bietet, kann auch ein zweiter Innenspiegel oder ein Panoramaspiegel angebracht werden, der die Rückbank ausreichend überblicken lässt. Darüber hinaus gibt es spezielle Baby-Kameras, die mit dem Navigationssystem verbunden werden können. Das Display des Navigationsgeräts überträgt die Videoaufnahme der Kamera und Eltern müssen den Blick nicht komplett vom Straßenverkehr abwenden, da die Videoaufnahmen über einen Tipp auf den Bildschirm oder eine Sprachsteuerung aufzurufen sind und  ein verstellbarer Sichtwinkel ermöglicht einen Rundumblick auf die Kleinsten.

Auswahl und Montage vom Kindersitz

Für die richtige Sicherung im Kindersitz gibt es verschiedene rechtliche Vorgaben. So benötigen Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren, die kleiner als 1,50 Meter sind, eine bestimmte Rückhaltevorrichtung, die auf die Größe des Kindes abzustimmen und mit einem dazu passendem Sicherheitsgurt zu nutzen ist. Daneben ist für Kinder bis 14 Jahren, die größer als 1,50 Meter sind, ein üblicher Sicherheitsgurt zur Sicherung im Auto vorgeschrieben. Damit der Gurt seinen Zweck erfüllt und das Kind nicht verletzt wird, ist es wichtig, dass der Kindersitz neben der Größe auch nach dem Gewicht des Kindes ausgewählt wird. Zu den verfügbaren Modellen gehören Sitzschalen für Babys, Kombinationssitze, die aufgrund ihrer Verstellbarkeit längere Zeit genutzt werden können, oder Kindersitze, die in der Sitzbank verankert und bei Bedarf ausgeklappt werden können. Besonders sicher sind Sitze, die eine weltweit normierte Isofix-Befestigung haben und starr in dem Fahrzeug zu integrieren sind. Fast alle neuen Automodelle sind bereits mit Isofix-Halterungen ausgestattet, welche sich meist im Spalt zwischen Sitzlehne und Rückbank befinden.

Beim Kauf des Kindersitzes ist in jedem Fall darauf zu achten, dass der Sitz der ECE-Prüfnorm entspricht (ECE-Norm 44 03 oder 44 04) und ein Prüfzeichen trägt, welches Informationen zu der Verwendungsart (zum Beispiel Isofix), der zulässigen Größe und zum zulässigen Gewicht gibt. Neben der Norm sollte auf die richtige Befestigung geachtet werden, denn Kinderautositze mit Gurtbefestigung werden oft falsch eingebaut und bieten so keine ausreichende Sicherheit. Deshalb ist es wichtig, dass Verwendungsfehler vermieden und folgende Hinweise beachtet werden:

  •  Befestigung mit dem Fahrzeuggurt: Wenn der Gurt falsch um den Kindersitz gelegt wird, kann sich dieser beim Unfall schnell aus der Gurtsicherung lösen und der Sitz kippt.
  • Schulter- und Beckengurt: Die Schultergurte sollten immer so fest sitzen, dass zwischen Gurt und Brustkorb nur in etwa drei Finger passen und nicht unter dem Arm oder in Nähe des Halses verlaufen. Der Beckengurt sollte in Höhe des Beckens und nicht in Bauchhöhe eingestellt werden.
  • Jacken: Dicke Jacken, die zwischen dem Gurt und dem Kind liegen, sind zu vermeiden, da diese die Schutzwirkung des Gurtes verringern.
  • Kurzer Gurt: Wenn der Gurt zu kurz ist, ist ein Kindersitz zu wählen, der eine alternative Gurtführung besitzt und weniger Gurtband benötigt.

 

Hinweis: Wer im Sommer verreist und eine lange Strecke zurücklegt, sollte zudem auf einen vollständigen und möglichst hellen Sitzbezug achten, da helle Stoffe die Wärmestrahlung besser reflektieren als dunkle Bezugsmaterialien. So wird vermieden, dass sich das Material und das Plastik des Sitzes erhitzen.

Flugreise: Sicher durch die Lüfte

Wer eine Flugreise geplant hat, sollte sich vorab beim jeweiligen Luftfahrtunternehmen über die Sicherungsmöglichkeiten informieren, denn einige Kindersitze können auch im Flugzeug genutzt werden. Rückhaltesysteme, die sich zur Verwendung im Flugzeug eignen, tragen das Kennzeichen „For Use in Aircraft“ sowie eine bestimmte Identifikationsnummer, anhand derer nachgesehen werden kann, welche Fluggesellschaft die Nutzung erlaubt. Kinder unter zwei Jahren können nach EU-Vorgaben auf dem Schoß der Eltern sitzen und mit einem Loop Belt (Schlaufengurt) gesichert werden. Kinder, die älter als zwei Jahre alt sind, müssen jedoch auf einem eigenen Sitz Platz nehmen. Weitere Informationen über die richtige Sicherung des Kindes im Flugzeug mit Kindersitz und Gurt, finden sich auf dieser Seite des Österreichischen Verkehrsclubs ÖAMTC.

Sicherheit geht vor – die passende Ausrüstung für Urlaubsaktivitäten

Am Urlaubsort angekommen, sorgt die richtige Ausrüstung für Sicherheit auf der Piste oder im Pool der Hotelanlage. Vor der Abreise sollte gemeinsam mit dem Nachwuchs, die vorhandene Ausstattung überprüft und notfalls neu oder erstmalig angeschafft werden.

Urlaub im Schnee: Sicher durch den Schnee fahren

Damit die Jüngsten sicher die Pisten „unsicher“ machen können, sind vor allem die passenden Skier notwendig. Anfänger sollten relativ kurze Skier nutzen, die in etwa bis auf die Höhe der Achseln reichen, mit zunehmender Übung können die Skier dann auch bis zu den Schultern gehen beziehungsweise der eigenen Körperlänge entsprechen. Die Skier sind in jedem Fall der Körpergröße und dem Untergrund anzupassen, damit die Kinder sicher den Berg runter kommen, dabei gibt es hilfreiche Beratungsangebote, die dabei helfen, die richtige Skiausrüstung anhand des eigenen Fahrniveaus, des Gewichts und der Größe auszuwählen. Zudem sollten die Skistöcke zu der Größe des Kindes passen, so dass der Gleichgewichtssinn und die Bewegungsabläufe unterstützt werden und vor allem Kinder beim Skilaufen Kraft sparen.

Kommt es trotz Hilfsmitteln zum Sturz, sollte der Kopf geschützt sein. Manche Länder haben sogar eine Helmpflicht eingeführt. So gilt diese in einigen Bundesländern Österreichs für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr und zwar auch bei winterlichen Aktivitäten wie Bobfahren oder Rodeln. Die österreichischen Vorschriften zum Thema Helmpflicht sowie mögliche Probleme, die bei einem Unfall ohne Helm beispielsweise mit der Versicherung entstehen können, beschreibt diese Seite. In Italien müssen Kinder und Jugendliche dagegen bis 14 Jahren einen Helm tragen, wenn Skifahrer ohne Helm erwischt werden, ist meist ein Bußgeld fällig oder der Skipass wird entzogen. Länder in denen die Pflicht für die schützende Kopfbedeckung noch keine Vorschrift ist, die aber dennoch mit Kampagnen aufklären, sind Deutschland, Frankreich, die Schweiz und die USA. Die schützende Kopfbedeckung sollte jedoch, ob Helmpflicht oder nicht, zur Grundausstattung im Skiurlaub gehören. Der Helm sollte eng am Kopf anliegen, aber nicht drücken und bei schnellen Kopfbewegungen trotz offenem Kinnband und geöffneter Nackenfixierung nicht hin und her rutschen. Kinderhelme lassen sich häufig am Nacken verstellen, so dass der Helm noch besser angepasst werden kann, zudem erleichtern einfache Öffnungsmechanismen die Nutzung. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass der Helm für den Skisport geeignet ist, das CE-Prüfzeichen trägt und den Qualitätsstandards der europäischen Norm EN 1077 entspricht.

Urlaub im und am Wasser: Sicher rutschen und schwimmen

Im Sommerurlaub gehört das Schwimmen zum vergnüglichen Freizeitprogramm einfach dazu, aber bevor es für die Jüngsten ab in das kühle Nass geht, sollten die erforderlichen Arm- und Beinbewegungen beherrschen. Denn laut dem österreichischen Kuratorium für Verkehrssicherheit, das im Sommer unter anderem in den Schwimmbädern über das richtige Verhalten im Wasser aufklärt, sind pro Jahr in etwa zwei von drei ertrunkenen Kindern unter fünf Jahren alt, deshalb ist es wichtig, schon früh mit einem Schwimmkurs zu beginnen, dieser ist in etwa ab einem Alter von vier bis fünf Jahren möglich. Auch Eltern können den Kindern bei den Schwimmübungen mit verschiedenen Methoden behilflich sein, die das Kind zum Schwimmen motivieren und Sicherheit geben.

Um spätere Gefahrensituationen zu vermeiden, sollten die Kinder unter direkter Beaufsichtigung stehen, denn 90 Prozent aller Unfälle passieren in Hörweite der Eltern, die sich in jedem Fall in der Reichweite des Kindes aufhalten sollten. Trotz elterlicher Beaufsichtigung sind anfangs geprüfte Schwimmhilfen zu nutzen, denn oft reicht schon eine Wassertiefe von wenigen Zentimetern aus und das Kind kann ertrinken. Schwimmhilfen, die sich besonders gut eignen, sind zum Beispiel Schwimmflügel mit zwei separaten Luftkammern, falls die Luft aus einer Kammer entweicht, kann die andere Kammer immer noch ausgleichen. Die Flügel sollten keine scharfen Kanten haben, die das Kind verletzen könnten und erst am Arm des Kindes aufgeblasen werden, so lassen sie sich leichter über den Arm ziehen.

Noch leichter geht es mit Schwimmscheiben, die Kinder bereits ab einem Jahr tragen können, pro Arm gibt es drei Scheiben, die sich zusammenstecken lassen und je nach Schwimmerfahrung nach und nach entfernt werden können. Ergänzt werden können die Schwimmflügel mit speziellen Schwimmwesten, die der Größe des Kindes entsprechen und fest am Körper sitzen, denn die Flügel geben zwar dem Körper Auftrieb, sorgen aber nicht dafür, dass der Kopf über Wasser gehalten wird. Die Schwimmhilfe an den Armen ist zur Sicherheit auch auf anderen Schwimmhilfen wie dem Schwimmsitz zu tragen, wobei sich der aufblasbare Sitz generell weniger als Hilfsmittel eignet, denn dieser kann schnell umkippen und das Kind so schnell unter Wasser geraten.

 

Hinweis: Jede Schwimmhilfe sollte auf schadstoffgeprüft sein, das TÜV- oder GS-Siegel tragen und den europäischen Qualitätsstandards der europäischen Norm EN 13138 entsprechen.

 

Auch auf der Rutsche können Schwimmflügel behilflich sein, denn so bekommen die Kinder am Ende des Rutschvorgangs direkt wieder Auftrieb. Falls die Eltern nicht zusammen mit den Jüngsten auf dem Schoß rutschen, sollten sie den Kindern in jedem Fall erklären, welche Sicherheitshinweise zu beachten sind. Diese geben unter anderem vor, ab welchem Alter die Rutsche erlaubt ist und welche Rutschposition eingenommen werden darf. Optische Signale geben häufig Ampeln, die den ordnungsgemäßen Ablauf regeln und dafür sorgen, dass der Sicherheitsabstand zum Vordermann eingehalten wird.



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