Das bisschen Haushalt macht sich von allein…!?

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Putzen, Wäsche waschen, Wischen, Saugen und all die anderen anfallenden Arbeiten im Haushalt – jeder muss sich zwangsläufig damit beschäftigen. Doch: Was, wenn uns dafür einfach die Zeit fehlt? Ich habe mir mit meiner Familie eine Haushaltshilfe gesucht. Und ich weiß, dass sich einige unserer Mitarbeiter ebenso organisieren. Meine Kollegin Marlen erledigt ihren Haushalt noch selbst. Ob das immer so bleibt, fragt sie sich aber schon manchmal.

 

Ich gehe durch meine Wohnung.

Zugegeben, nicht so oft. Ich arbeite Vollzeit. Meine Wohnung bekommt mich und ich sie eigentlich nur am Abend zu Gesicht. Das hat Vorteile! Denn am Abend kaschiert das schummrige Sparlampenlicht jedweden Schmutz in Ecken, auf dem Boden oder am Fenster. Da kann man sich richtig wohlfühlen!

 

Gruselig wird es, wenn ich am Wochenende tagsüber daheim bin und plötzlich jeder Fleck auf dem Küchenboden sichtbar wird. Obwohl ich eigentlich gerade zu einer Verabredung wollte, finde ich mich im Handumdrehen mit einer Rolle Küchenpapier auf der Erde sitzend wieder. Ach, ich wollte eigentlich nie weiße Fliesen…

 

Okay: Vielleicht bin ich etwas überpenibel. Aber vielleicht auch nicht? Ich weiß es gar nicht. Ich unterhalte mich eigentlich nie mit Freunden über ihre Putzgewohnheiten. „Und, wann hast du das letzte Mal dein Klo geschrubbt?“, ist wahrscheinlich auch eher unangebracht, wenn man jemanden daheim besucht, oder?

Nicht der Rede wert…

Putzen ist ein Nischenthema – soll heißen, es verschwindet in der Nische. Kosenamen für den Freund, berufliche Inhalte, Verdienst – man bespricht eben nicht immer alles mit Freunden oder Eltern. Anders als bei Geld oder Liebe scheint der Haushalt aber so banal, weil überall in gleicher Form ausgeführt, dass das Thema auch getrost ausgelassen werden kann.

 

Interessant wird es erst, wenn es ans Eingemachte – also wieder ans Geld – geht. Wenn man sich den Haushalt etwas kosten lässt. Doch dann ist die Schwelle zum heiklen Thema überschritten und wieder redet kaum jemand darüber. Komisch, dass ein bezahlter Babysitter in freundschaftlichen Gesprächen salonfähig ist, die Anstellung einer Haushaltshilfe aber als abgehoben gilt.

Wer hat schon eine Haushaltshilfe?

Eine Haushaltshilfe kennt man da, wo ich herkomme, höchstens aus „Dinner for one“. Gedanklich immer verknüpft mit Großherzogtum und der ganz großen Kohle. Sowas kann sich keiner leisten und überhaupt macht eine tüchtige Familie lieber alles selbst. Wo kommen wir denn da hin?

 

Ich glaube, wir kämen zu mehr Zeit. Das wäre wahrscheinlich die Zeit, die meine Verabredung nicht auf mich warten müsste. Und ich gebe zu, ich frage mich hier und da, was eigentlich passiert, wenn ich mal nicht nur einen Vollzeitjob, sondern auch eine Vollzeitfamilie habe. Ich bin nicht sicher, ob ich bis Mitternacht das Bad putzen möchte, statt ein paar wenige gemeinsame Stunden mit meinem Partner zu verbringen. Ich bewundere Menschen, die das alles auf die Reihe kriegen.

Mittlerweile bemerke ich aber auch in meinem Umfeld ein Umdenken.

Ich stelle fest: Ich kenne tatsächlich Menschen, die eine Haushaltshilfe haben und „sogar“ darüber reden. Und das sind keine Snobs, sondern zum Beispiel frisch gebackene oder relativ große Familien. Menschen, die im Alltag viel um die Ohren haben oder von Berufs wegen oft unterwegs sind. Zum Teil sind es Menschen, die mir früher noch gesagt haben, sie würden Hilfe im Haushalt nie in Anspruch nehmen.

 

Doch die Blickwinkel haben sich geändert. Wir sind älter geworden. Und Zeit ist wichtiger geworden als Geld. Sich helfen zu lassen, ist keine Schande, wenn das Verhältnis zwischen Haushaltshilfe und Familie ein faires ist.

Und wann habe ich Hilfe im Haushalt nötig?

Wahrscheinlich ist eine Haushaltshilfe keine Frage des Alters, sondern vielmehr der individuellen Umstände. Eigentlich eine tolle Sache, denke ich mir, während ich schon zum Krümelsammeln im Kühlschrank übergegangen bin. Selbst einige Stunden pro Woche könnten mir in späterer Zukunft ein bisschen Ballast abnehmen. Ich nehme mir vor, mich die kommenden Jahre selbst zu beobachten und mir immer wieder folgende Fragen zu stellen:

 

  • Gibt mir die Hausarbeit etwas? Manche Menschen versetzen sich damit ja auch in meditative Zustände.
  • Wie viel Stress habe ich und wo kann ich reduzieren? Ein Tag Auszeit pro Woche und ein bisschen Zeit täglich sollten der Entspannung dienen.
  • Was mache ich lieber selbst? Nicht jeder möchte seine Wäsche oder den Abwasch anderen überlassen.
  • Kann ich es mir leisten? Eventuell müssen einige Ausgaben neu kalkuliert oder woanders eingespart werden.

 

 

Vielleicht kehre ich den Haushalt jetzt wie auch in Zukunft selbst unter den Teppich. Vielleicht komme ich aber auch irgendwann zu dem Schluss, dass eine Haushaltshilfe gar nicht schlecht für mich wäre. Meinen Eltern erzähle ich das dann aber lieber nicht…

 

Und was denken Sie? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich durch eine Haushaltshilfe unterstützen zu lassen? Schreiben Sie uns Ihre Gedanken in einem Kommentar!

 

Über Marlen:

Über Marlen:
Marlen ist Redakteurin, Social-Media-Leuchte und Videofrau. Für die Arbeit beim Film zog sie direkt nach ihrem Medienwissenschaftsstudium von Jena nach Berlin. Seit 2012 arbeitet Marlen in der Presseabteilung von Besser Betreut. Marlen ist häufig auf Achse. Sie mag Basteleien, Kino, Konzerte und Freizeitparks.


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